Ingwer ist gesund

Ist Ingwer gesund?

„Europäer sterben an Krebs und Herzinfarkt, Thailänder bei Unfällen!“ Diese Aussage ist sicherlich etwas zu sehr auf den Punkt gebracht. Es gibt aber in Südostasien unterdurchschnittlich wenig Herz- und Kreislauferkrankungen (10,5% gegenüber 23% verlorener gesunder Lebenszeit in Europa – Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/295646/umfrage/krankheitslast-nach-ausgewaehlten-ursachen-und-regionen) und auch nur wenige Krebserkrankungen (3,8% gegenüber 11,7% in Europa). Ich selber bin nach mehr-monatigem Thailand-Aufenthalt ärztlich und Labor-seitig bestätigt regelmäßig bei wesentlich besserer Gesundheit.

Dies ist umso erstaunlicher, als die Wahrscheinlichkeit, krank zu werden, mit höherem Sozialstatus sinkt (https://www.welt.de/gesundheit/article116573266/Gesundheit-ist-eine-Frage-des-sozialen-Status.html), Entwicklungsländer also eigentlich eine wesentlich höhere Krankheitsrate aufweisen müssten als Industriestaaten, zumal der medizinische Status und der Umweltschutz in letzteren meist auf einem höheren Niveau sind.

Offensichtlich muss es also etwas im Alltagsleben in Thailand geben, das sehr gesund ist. Am fehlenden Stress kann es nicht liegen, da plötzlich auf der Landstraße stehende Elefanten oder Wasserbüffel sicherlich nicht weniger Aufregung auslösen als die Politesse in einer deutschen Innenstadt. Auch kann ein Leben in den Touristen-armen Gebieten ohne richtige Sozialversicherung und mit der ständigen Frage, wovon man morgen seinen Reis bezahlen kann, bei allem Reiz, den diese Regionen haben (ich liebe den Isaan), nicht gerade als stressfrei bezeichnet werden.

In Thailand gibt es 15000 Pflanzenarten (in ganz Europa nur etwa 3000), darunter zahlreiche Heilkräuter und Pflanzen, die seit mehreren tausend Jahren in der Traditionellen Thailändischen Medizin eingesetzt werden. Viele davon haben auch ihren Eingang in das alltägliche Essen gefunden. Auch in China, Indonesien und Indien war die Heilkraft von Ingwer schon 2000 v.Chr. bekannt.

Ingwer ist aus der thailändischen Küche nicht wegzudenken. Obwohl Ingwer gesund ist, fand er erst spät und nur sehr punktuell seinen Eingang in die europäische Essenszubereitung. Dies liegt unter anderem daran, dass Thailand niemals Kolonie war. Andererseits war bereits im 1. Jahrhundert einigen Gelehrten wie Plinius und Dioskurides bekannt, dass Ingwer gesund ist und sich für die Behandlung des Grauen Stars und von Verdauungsproblemen eignet. Im Mittelalter wurde Ingwer dann zunehmend auch von arabischen und europäischen Ärzten eingesetzt.

 

Bereiche, in denen Ingwer gesund macht oder zumindest die Symptome mildert:

Darüberhinaus wirkt sich das im Ingwer enthaltene Borneol positiv auf die Leber aus, Asparagin (bekannt als Spargelbestandteil und aus der Parenteralen Ernährung) auf die Nieren, Gingerol und Shogaol auf Herz und Immunsystem, Cineol (antibakteriell, hustendämpfend, schleimlösend, schmerzlindernd) kann eine natürliche Alternative zu Cortison sein, Cumol wirkt antiallergisch und als natürliches Antibiotikum. Geraniol verscheucht Insekten, bekämpft Schimmelpilze und kräftigt das Immunsystem. Wenn Du Dich schon mal gefragt habst, warum in einer Menschenansammlung, bestehend aus einer großen Anzahl von Thais und einem Mitteleuropäer, immer der Europäer das Angriffsziel vorbeikommender Mückenschwärme ist, hier ist die Lösung: Da die Thais regelmäßig Ingwer essen, strahlt ihre Haut und ihr Atem einen für Insekten unangenehmen Duft, entstanden aus Geraniol, Curcumin, Limonen, Myrcen und Pinenen, aus.

Wenn Ingwer sehr lange gekocht oder sehr lange gelagert wird, verliert es seine Schärfe, die grundsätzlich blutdrucksenkende Wirkung von Ingwer wird dann ins Gegenteil verkehrt.

 

Warnung: Im Handel findet man gelegentlich Ingwer-Zubereitungen, die dem Ingwer z.B. durch den Zusatz von Sirup die Schärfe nehmen wollen. Hier stellt sich die Frage, ob mit der geschmacklichen Neutralisation des Gingerols, das zusammen mit seinem Zerfallsprodukt Shogaol einen Großteil der positiven Wirkung des Ingwers auf unsere Gesundheit ausmacht, nicht auch diese Wirkung stark beeinträchtigt wird. Für Diabetiker kommt das Problem hinzu, das ein Glas solcher Ingwer-Sirup-Wasser-Mischung oft bereits auf über 2 BE kommt. Wenn dies dann auch noch mit Fruchtsaft verfeinert wird, ist schnell ein Punkt erreicht, an dem der Diabetiker Zwischenmahlzeiten ausfallen lassen muss, um sich die BE des Getränks leisten zu können – dies liegt mit Sicherheit nicht im Sinne einer vernünftigen Diabetiker-Diät.

 

Wie kann Ingwer zu sich genommen werden?

  1. als Rhizom (einfach ein Stück oder ein paar Scheiben abschneiden und knabbern)
  2. als Gewürz im normalen Essen
  3. in kandierter Form
  4. als Aufguss oder Tee
  5. als Ginger Ale
  6. als Kapsel oder Pulver
  7. als Gurgelwasser
  8. als Ingweroel
  9. als Salbe oder Badezusatz
  10. als Bestandteil der Goldenen Milch (über die ich noch eine Extra-Seite hinzufügen werde)

 

Ingwer während der Schwangerschaft

Ingwer wird eine Wehen-fördernde Wirkung zugeschrieben. 

Allerdings besteht wohl keine Gefahr, wenn man Ingwer in geringen Mengen zu sich nimmt, wie das ja auch schwangere Thailänderinnen beim Verzehr ihrer normalen Kost tun. Während des Geburtsvorganges kann der Verzehr von Ingwer hilfreich sein, sollte aber mit Hebamme und Arzt abgesprochen werden.

 

Ingwer vor Operationen

Da Ingwer die Blutgerinnung verringern kann, sollten mehrere Tage vor einer Operation keine größeren Mengen Ingwer aufgenommen .

 

Hausmittel gegen Erkältung – Ingwer bei Erkältung gegen Halsschmerzen Husten und Heiserkeit

Wirkstoffe des Ingwers:

Bei bakteriell bedingten Erkältungen soll man wenig essen, bei viralen Infekten ist es wichtig, eine normale Nahrungszufuhr aufrechtzuhalten. Hierbei kann die appetitanregende Wirkung der Ingwer-Bestandteile Gingerol und Shogaol hilfreich sein. Zugleich sind diese Haupt-Inhaltsstoffe des Ingwers, von denen auch das scharfe Aroma des Ingwers hauptsächlich geprägt wird, fiebersenkend, schmerzlindernd, entzündungshemmend und kräftigen Herz und Immunsystem. Viren werden durch den Inhaltsstoff Camphogen abgetötet, der ebenfalls das Immunsystem stärkt, gegen Bakterien wirkt Cumol als natürliches Antibiotikum, ebenso Neral und Cineol, das wir als Bestandteil von Eukalyptus und Lorbeer kennen und das auch hustendämpfend, schleimlösend und schmerzlindernd wirkt. Hinzu kommt Borneol als Mittel gegen Fieber und Schmerzen. Terpineol bekämpft ebenfalls den Husten.

 

Anwendung:

Als vorbeugende Maßnahme gegen Halsentzündungen oder bei leichtem Kratzen im Hals ist Gurgeln mit warmen Ingwer-Wasser (einfach ein kleingeschnittenes Stück Ingwer mit heißem Wasser übergießen und ca. eine Viertelstunde ziehen lassen) oder Ingwertee empfehlenswert. Regelmäßiges Trinken von Ingwertee bildet einen guten Schutz.

Sind die Symptome bereits ausgeprägt, kann man Brust und Rücken mit Ingweröl einreiben, inhaliert werden kann mit Ingwer-Essig. Gegen Husten hilft Ingwer-Sirup. Wenn sich der Husten als hartnäckig erweist, kann man es mit einem Brust-Rücken-Umschlag versuchen, den man zuvor in einen sehr warmen Aufguss mit frisch geriebenen Ingwer getaucht hat. Nach der Anwendung sollte eine lange Pause eingelegt werden. Im Gegensatz dazu sollten Ingwer-Wadenwickel gegen Fieber nach kurzer Pause solange aufgetragen werden, bis das Fieber deutlich gesunken ist. Die Umschläge sollten hierbei mäßig warm sein (allerdings darf der Patient dabei nicht frieren) und nicht mit Plastik umwickelt werden, um Wärmestaus zu vermeiden.

Bei einer Nasen-Nebenhöhlen-Entzündung sind mit Ingwer-Wasser getränkte Tücher hilfreich, die man im Bereich der Nasenwurzel gegen das Gesicht drückt.

 

Ingwersirup selbermachen:

Bei dem oben empfohlenen Ingwer-Sirup handelt es sich um einen sehr hochwertigen Bio-Ingwer-Sirup aus frischen Zutaten, der deshalb auch seinen Preis hat, auch wenn er sehr ergiebig ist. Deshalb an dieser Stelle eine Anleitung, wie Du den Ingwer-Sirup auch selber herstellen kannst.

Verwendete Zutaten:

  • 1 Ingwerknolle
  • 2 Zitronen
  • 1/2 TL Fenchelsamen
  • 1 TL getrocknete Pfefferminze
  • etwas Vanilleextrakt
  • 200g Zucker
  • 400g Wasser

 

Küchengeräte:

  • Einmachgläser, ich empfehle Einmachgläser mit Gummiring und Drahtbügel, da diese einen wirklich sicheren Luft-undurchlässigen Einschluss garantieren.
  • Mörser, ich empfehle hier den Kesper 71501 Mörser mit Schlegel aus Granit, da diese schwere Ausführung eines Mörser eine sehr vielfältige Verwendung ermöglicht und der naturbelassene rauhe Boden das Zerkleinern von Kräutern (in einer kreisenden Bewegung des Stößels) sehr erleichtert. Es kann dabei allerdings zu einem – gesundheitlich völlig unbedenklichen – Abrieb von Teilen des Materials kommen. Wer sich hieran stört, sollte einen Mörser aus Edelstahl benutzen, da dieser leichte Abrieb auch bei Marmor-Mörsern auftritt.
  • Topf, bitte auf jeden Fall einen unbeschichteten Topf wählen (nähere Informationen hierzu findest Du auf der Startseite)
  • Sieb aus Edelstahl, wird in den meisten Küchen vorhanden sein, falls nicht empfehle ich folgendes Set in verschiedenen Größen

 

Ingwertee selber machen:


Als Knoblauchpresse empfehle ich die Dailyart® Edelstahl Knoblauch- und Ingwerpresse

 

Extra: Chia-Mandelmilch-Pudding

Für den Chia-Mandelmilch-Pudding benötigst Du:

  • Mandelmilch ca. 200 ml, ich empfehle Alpro Mandel-Drink Original 1l – wer häufiger zur Mandelmilch greift, weil er Kalorien sparen will oder eine Lactoseintoleranz hat oder einfach nur häufig Mandelmilch benötigt, um z.B. thailändisch zu kochen, kann mit der Großpackung sparen. Noch besser ist es, seine Mandelmilch selber herzustellen (s. nächstes Video), da man dann einen deutlich höheren Mandelanteil hat. Es geht übrigens auch mit Kokosmilch. Die geschmacklich beste Kokosnussmilch ist meiner Meinung nach Aroy-D Kokosnussmilch. Da sie aber als kleine Packung (6 x 150 ml) im Vergleich mit anderen doch relativ hochpreisig ist, würde ich hier die Großpackung  (8 x 500 ml) empfehlen.
  • Agar Agar Pulver ca. 1TL, ich empfehle AGAR-AGAR-PULVER 100g HÖCHSTER QUALITÄT (VEGANE GELATINE), auch hier gibt es eine Spar-Großpackung
  • Chiasamen 1 EL (mit 2 EL Mandelmilch einweichen), ich empfehle Naturacereal Premium Chia Samen, in Deutschland geprüfte Qualität (1 x 1 kg), auch hier gibt es eine Spar-Großpackung, ich weiß allerdings nicht, was eine Privatperson mit 25 kg anfangen sollte … obwohl: ist ja auch eine schöne Gartenpflanze.
  • Zucker – je nachdem wie süß Ihr es wollt oder gar kein Zucker geht auch 🙂
  • Die im Video angesprochene ButterflyPea heißt auf Deutsch „Blaue Schamblume“, sie wird in Thailand als Tee (vermischt mit Zucker, Zitrone und Honig) getrunken und zum Einfärben benutzt. Die Farbe ändert sich durch die Zugabe von Zitronensaft von blau über lila bis pink. In der Traditionellen Thailändischen Medizin wird Namdokanchan (thailändischer Name der Blauen Schamblume) zur Verbesserung der Durchblutung, des Gedächnisses und der Sehkraft eingesetzt.
  • Eine Pudding-Herzförmchen-Platte (auch zum Backen und für Schokolade geeignet) findest Du hier, eine Rosenform hier und verschiedene Formen gibt es auch.

 

Zutaten:

Küchenutensilien:

 

Hustenbonbons selber machen:


Benötigte Zutaten:

  • Zitrone
  • Gemahlene Gewürznelken
  • Honig
  • Zucker
  • Puderzucker
  • Ingwerpulver; ich empfehle statt des im Video verwendeten Ingwerpulver selber eine Ingwerknolle zu zerreiben – die Wirkstoffe sind dann wirksamer

Küchenutensilien:

 

Ingweröl selber machen:

Den Ingwer in kleinere Stücke schneiden und mit den Kardamomsamen in den Mörser geben. Wenn man das Ingweröl nicht nur zum Einreiben, sondern auch innerlich anwenden möchte, kann man den Geschmack interessanter gestalten, indem man Gewürze hinzufügt. Dies können z.B. eineGewürznelke, ein paar frische Korianderzweige oder etwas Muskat sein. Dann in ein Einmachglas geben und ein paar Tage reifen lassen. Wer nicht so lange warten mag oder kann, der kann natürlich auch fertiges Ingweröl zum Einreiben kaufen, oder dieses für die Zubereitung von Speisen.

Zutaten:

  • 100 ml Sonnenblumen- oder Olivenöl
  • eine kleine Ingwerwurzel (biolologisch korrekt müsste man eigentlich von einem Ingwer-Rhizom sprechen)
  • ein paar Kardamomsamen
  • evtl. Gewürznelken, frische Korianderzweige oder Muskat

Küchenutensilien:

  • Mörser (meine Empfehlungen findest Du weiter oben oder klick einfach hier)
  • Einmachglas (dasselbe gilt für ein geeignetes Einmachglas, das Du hier findest)

 

Cholesterin senken und Durchblutung fördern

 

Gingerol, der Haupt-Bestandteil des Ingwers, von dem auch die Schärfe des Ingwers hauptsächlich hervorgerufen wird, ist fiebersenkend, schmerzlindernd, entzündungshemmend, kräftigt Herz und Immunsystem und senkt den Cholesterinspiegel.

 

Regelmäßige Aufnahme von Ingwer (im Essen, als Tee oder auch das Knabbern von Scheiben des Ingwer-Rhizoms) kann also wirkungsvoll das Cholesterin senken, durch Massage mit Ingweröl oder auch Eintauchen eines Tuches in Ingweröl und Umwickeln der betroffenen Extremitäten kann man die Durchblutung fördern.

 

Das Risiko, Arterienverkalkung, Gefäßverschlüsse oder Thrombosen und damit verbundene schwere Erkrankungen (wie z.B. Schlaganfälle, Herzinfarkte, Nierenversagen, schwere Gewebeschäden, etc.) zu bekommen, kann somit stark verringert werden. Wenn bereits eine leichte Schaufensterkrankheit besteht, kann Ingwer diese mildern. Das im Ingwer enthaltene Gingerol verbessert auch die Glukoseaufnahme in den Muskelzellen, was sich sowohl auf Sportler als auch auf Diabetiker positiv auswirkt, weil die mit der Nahrung aufgenommene Glukose effizienter vom Körper verarbeitet wird, so dass der Blutzuckerspiegel sinkt.

 

Die Durchblutung zu fördern, heißt natürlich auch Erektionsstörungen und Libidoverlust vorzubeugen, da diese in vielen Fällen von Durchblutungsstörungen verursacht sind.

 

 

Was tun bei Erektionsstörungen ?

Kaum etwas beeinträchtigt die meisten Männer so stark wie der Verlust der Erektionsfähigkeit und ein zu schnelles Erschlaffen. Bevor man nun zur Keule der blauen Pillen greift, sollte man zunächst einmal natürliche Wirkstoffe erproben. Zu diesen gehört auch der Ingwer. Er greift nicht in den Hormon-Haushalt ein, kann aber durch die oben geschilderte Förderung einer guten Durchblutung in vielen Fällen dennoch wahre Wunder bewirken.

Eine bessere Durchblutung kann auch in Fällen, in denen keine Erektionsstörung vorliegt, zu einer noch härteren und dauerhafteren Erektion führen. Die Wirkung von Ingwer als natürliches Aphrodisiakum ist seit langem bekannt. Dieses wirkt sowohl bei Männern als auch bei Frauen dem Libido-Verlust entgegen.

Auch Abnehmen (Abbau des Bauchfettes) und sportliche Betätigung sowie die Vermeidung von Stress (ich weiß: das ist leichter gesagt als getan) kann hier hilfreich sein.

Natürlich können Erektionsstörungen auch das Symptom einer schwereren Grunderkrankung sein: Als erstes ist hier Diabetes zu nennen, die oft mit Durchblutungsstörungen, aber auch Schädigung der Nerven einhergeht. Dies kann bei Mann und Frau zu Libido-Verlusten, psychischen Problemen und Scheitern der Partnerschaft führen. Obwohl Ingwer sich auch wohltuend auf die Regulierung des Blutzucker-Spiegels auswirkt, sollte bei Verdacht auf Diabetes frühzeitig ein Arzt aufgesucht werden, um die Grunderkrankung in den Griff zu bekommen, da Diabetes eine Vielzahl unangenehmer und gefährlicher Folge-Erkrankungen mit sich ziehen kann.

Ein weiteres ernstes Gesundheitsproblem, das eine Mögliche Ursache für Erektionsstörungen darstellt, ist ein Partieller Gefäßverschluss, der ebenfalls dringend ärztlicher Behandlung bedarf. Diese besteht dann oft darin, dass ein Stent (ein kleines Röhrchen) in die betroffenen Blutgefäße eingestzt wird – keine Angst, das wird von der Leiste aus geschoben und ist ein einfacher Eingriff, bei dem man nicht einmal eine Vollnarkose benötigt, sondern zuschauen kann. Ein Hinweis auf das Vorliegen eines Partiellen Gefäßverschlusses können Waden-Schmerzen bereits nach relativ kurzer Gehstrecke infolge der mangelnden Sauerstoffversorgung der Muskeln durch zu geringen Blutdurchfluss sein.

Bei den meisten Erektionsstörungen liegen aber glücklicherweise keine derart schweren Gesundheitsprobleme vor, so dass eine Behandlung mit pflanzlichen Heilmitteln wie unserem Ingwer durchaus sinnvoll ist. Und selbst wenn man die blauen Pillen oder Ähnliches bereits verschrieben bekommen hat, kann ein Versuch mit natürlichen Heilmitteln nicht schaden im Gegensatz zu der Überdosierung der Medikamente, wenn man(n) mit dem Ergebnis noch nicht ganz zufrieden ist – natürlich gibt es hier nicht nur den Ingwer, sondern weitere Heilpflanzen, die ich einmal auf einer anderen Seite dieser Subdomain vorstellen werde.

 

Menstruationsbeschwerden

Der Verzehr von Ingwer hat eine wohltuend wärmende Wirkung von innen. Zusätzlich kann man die schmerzenden Stellen vorsichtig mit einem Ingwer-Sesam-Öl-Gemisch einmassieren, um die Krämpfe zu lösen. Hierbei wird 1 Teil Ingwer-Öl mit 5 Teilen Sesam-Öl gemischt.

Diese Behandlung ist der Einnahme von Schmerzmitteln (etwa Acetylsalicylsäure) vorzuziehen, da ASS zwar gegen die Prostaglandine (die Gebärmutter-Hormone, die für den Schmerz verantwortlich sind) wirkt, gleichzeitig aber auch die Ausschüttung anderer hilfreicher Gebärmutter-Hormone blockiert und so für eine Verlängerung des Zustands sorgt.

Wer heftig unter primärer Dysmenorrhöe (so nennt der Mediziner Menstruationsbeschwerden, die nicht auf einer körperlichen Fehlbildung oder Krankheit beruhen) geplagt wird, kann bereits vorbeugend einiges tun: Hierzu gehört eine Verringerung tierischer Produkte auf dem Speiseplan (aber bitte nicht dem Lebensgefährten erzählen, dass der Tipp von mir ist) und die Verwendung Omega3-reicher Öle, entweder als veganes Hanföl oder als veganes Algenöl oder in der bekannteren Fischöl-Version.

 

Ingwer gegen Pickel und bei Haut-, Haar- oder Nagelproblemen

Auch bei Akne und Pickeln ist Ingwer gesund: Das im Ingwer enthaltene Cumol wirkt antiallergisch und als  natürliches Antibiotikum. Camphogen ist antimykotisch, d.h. es bekämpft die Entstehung von Pilzen und regt das Immunsystem an.

Einfach die betroffenen Stellen mit Ingwertee einreiben. Die Herstellung von Ingwer-Tee habe ich weiter oben bereits beschrieben.

Gegen unreine Haut wäre eine Kurkuma-Honig-Joghurt-Maske noch wirksamer, die ich auf einer anderen Seite beschreiben werde – allerdings hat diese gegenüber dem Ingwertee den Nachteil, dass man die Gelbfärbung durch das Kurkuma nur mühsam wieder weg bekommt, was natürlich bei starkem Pickel-Befall zu weiteren Problemen führen kann. Von daher empfehle ich, es zunächst mit Ingwertee zu probieren.

Bei Pickelbefall hat es mir auch immer geholfen, die betroffene Stelle mit einer hauch-dünnen Ingwerscheibe einzureiben – da jede Haut unterschiedlich ist, solltest Du dies aber erst einmal vorsichtig ausprobieren.

Ingwer beruhigt die Haut, hemmt Entzündungen und verbessert die Durchblutung. Damit kann er auch gegen Jucken oder andere Empfindungsstörungen helfen. Da Ingwer antibakteriell und antmykotisch wirkt, kann das Einreiben mit Ingwertee (in diesem Falle nur aus Wasser und Ingwer bestehend) auch beim Kampf gegen Nagelpilz wirksam sein.

Haarausfall kann sehr unterschiedliche Ursachen haben und in sehr unterschiedlichen Formen auftreten. In vielen Fällen kann die Durchblutungs-fördernde und anti-mykotische Wirkung des Ingwers hilfreich sein. Um sie zu nutzen, massiert man die Kopfhaut täglich mit Ingwer-Öl.

 

Mit Ingwer gesund abnehmen durch verbesserte Fettverbrennung

Ingwer fördert die Fettverbrennung, indem die Glucose-Aufnahme in der Muskulatur verbessert wird. In den Muskeln wird Energie verbraucht, die dann nicht mehr als Bauchfett gespeichert werden kann. Es gibt deutlich weniger Blutzuckerspitzenwerte. Eine deutlich verbesserte ATP-Produktion verbessert den Muskelaufbau und Muskeln regenerieren sich schneller. Mit jedem Muskelzuwachs steigt der Energie-Grundumsatz, d.h. es werden auch im Ruhezustand mehr Kalorien verbraucht, so dass es leichter fällt, ein Kaloriendefizit (man verbraucht mehr Kalorien als man dem Körper zuführt) zu erreichen.

Dadurch kann es allerdings vorkommen, dass die Waage anfangs ein paar hundert Gramm mehr anzeigt, da Muskelmasse schwerer ist als Fett. Die optische Verbesserung ist aber schnell erkennbar und dann kommt es auch zum Gewichtsverlust.

Durch das im Ingwer enthaltene Gingerol (das ist der Stoff, der für die Schärfe sorgt) entsteht ein thermischer Prozess im Bauch, der die Verdauung verbessert.

Darüberhinaus bremst Inger den Heißhunger, insbesondere auf Süßes.

Um aber eine optimale Abnehm-Wirkung zu erzielen, kombinieren wir den Ingwer mit weiteren verdauungsfördernden und entwässernden Zutaten, nämlich Zitrone, Gurke und Minze, das ganze gelöst in einer großen Menge Wasser, das ebenfalls Kalorien verbraucht. Wir schneiden also ein Stück Ingwer, ein Stück Gurke und ein Dutzend Minze-Blätter in möglichst kleine Stücke oder zermahlen das Ganze in einem Mörser. Anschließend geben wir es in einen 2 Ltr – Krug mit Wasser und geben den Saft einer ausgepressten Zitrone hinzu (Zitrone vor dem Auspressen etwas rollen, dann kommt mehr Saft). Statt dem ausgepressten Saft können wir auch eine in sehr dünne Scheiben geschnittene unbehandelte Zitrone hinzugeben.

Den Krug stellen wir dann für eine Weile in den Kühlschrank – wie lange er dort ziehen muss, hängt ein bisschen davon ab, wie fein wir die Zutaten zerkleinert haben. Da das Getränk aber am wirkungsvollsten ist, wenn es morgens nüchtern getrunken wird, kann man es über Nacht ruhen lassen – in der Regel könnte man es aber auch schon nach 2 – 3 Stunden trinken, wenn die Bestandteile fein genug zerkleinert wurden.

Zutaten für dieses Getränk:

  • 1 kleines Ingwer-Rhizom (nach dem Reiben sollte etwa ein Eßlöffel voll entstanden sein)
  • 10 cm von einer Schlangengurke
  • 1 Zitrone
  • 12 Minze-Blätter
  • 2 Ltr Wasser

Küchenutensilien:

Zum Abnehmen Hier noch ein paar Hinweise, die nichts mit Ingwer zu tun haben:

  1. Solltest Du den weiter oben geschilderten Chia-Pudding ausprobiert haben und noch einige Chia Samen übrig haben, solltest Du einen Eßlöffel Chia Samen in 150 ml Wasser geben und 1 gute Stunde im Kühlschrank quellen lassen. Anschließend mit ca. 650 ml Wasser auffüllen und trinken. Die Chia Samen quellen im Magen weiter auf und sorgen für ein Sättigungsgefühl. Wenn Du zu Heißhunger-Attacken neigst oder Probleme hast, weniger zu essen als Dein Körper verbraucht, solltest Du das auf jeden Fall ausprobieren.
  2. Vermeide industriell hergestellte Lebensmittel. Diese enthalten im allgemeinen Chemikalien in Form von Konservierungsstoffen und Geschmacksverstärkern, die im Körper eine Menge anrichten können, das eine vernünftige Fettverbrennung verhindert. Eine Ausnahme ist hier allenfalls schockgefrostetes Gemüse. Also nicht das praktische Fertiggericht für die Microwelle oder die fertig vorproduzierte Suppe oder Soße nehmen, sondern selber aus frischen Zutaten kochen.
  3. Grüner Tee hemmt die Bildung von Cortisol, dem Stresshormon, das eine effektive Fettverbrennung behindert. Es ist also sinnvoll, zur Förderung des Abnehmens immer mal wieder eine Tasse Grünen Tees zu trinken, der sich auch positiv bei Diabetikern auswirkt.
  4. Wenn Muskeln beansprucht werden, werden natürlich mehr Kalorien verbrannt als im Ruhestand. Sport, aber auch nur ein regelmäßiger längerer Spaziergang kann daher beim „Abspecken“ helfen.

 

Ingwer bei Durchfall und Magen-Darm-Beschwerden

Das im Ingwer enthaltene Oleoresin wirkt beruhigend und entkrampfend und hilft daher, wenn Du nach dem Essen ein übermäßiges Völlegefühl bekommst oder Du ein zu frühes Sättigungsgefühl empfindest oder Oberbauchschmerzen, Unwohlsein und Magenbrennen auftreten. Der Mediziner nennt dies dyspeptische Beschwerden. Hierbei können weitere Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Übelkeit oder gar Erbrechen zusätzlich auftreten. Durchfälle können durch die verdauungsregulierende Wirkung von Ingwer ebenfalls gemildert werden.

Sofern man organische Ursachen ausschließen kann, bietet sich auch hier die Kombination von Ingwer, Zitrone, Gurke um Minze (s. vorheriges Kapitel) an, um den Körper zu entgiften. Schadstoffe gelangen z.B. durch industriell gefertigte Produkte und Umweltverschmutzung in Deinen Körper. Ihr Verbleib im Körper wird durch die mangelnde Bewegung in vielen heutigen Berufen begünstigt.

Auch bei Blähungen ist Ingwer dank seiner anti-bakteriellen Wirkung, mit der er das Gleichgewicht der Darmfauna (oft auch als Darmflora bezeichnet) wiederherstellt, sehr hilfreich.

Arthritis, Arthrose und Rheuma

Wer das Pech hat, die falschen Gene abbekommen zu haben, oder unter Stoffwechselstörungen zu leiden, muss damit rechnen, rheumatische Beschwerden zu bekommen.

Diese können auf Abnutzungserscheinungen an Gelenken und Wirbelsäule zurückgehen, man spricht dann von Arthrose. Die Arthrose tritt als wechselnder Schmerz in der Anfangsphase insbesondere beim Hinuntergehen oder unkontrollierten Bewegungen (z.B. im Schlaf auf), kann aber später in einen Dauerschmerz übergehen. Besonders häufig betroffen sind Knie- und Hüftgelenke. Begünstigt wird Arthrose durch Übergewicht, mangelnde Bewegung und falsche Ernährung.

Führen die Gelenkveränderungen zu einer Entzündung, so spricht man von einer Arthritis. Allerdings gibt es neben der rheumatisch bedingten Arthritis auch Formen, die andere Ursachen wie z.B. Infektionen oder Autoimmunkrankheiten. Oft sind mehrere Gelenke betroffen, man spricht dann von einer Polyarthritis. Auch hier sollten die betroffenen Gelenke weiter bewegt werden – eine Ruhigstellung kann zwar den Schmerz kurzfristig mindern, führt aber langfristig zu weiterer Gelenkschädigung.

Darüberhinaus gibt es den Weichteil-Rheumatismus, der Muskeln, Sehnen, Sehnenscheiden, Schleimbeutel, Bänder, Binde- und Fettgewebe betrifft. Probleme in diesen Bereichen hat Jeder schon einmal nach körperlicher Überbelastung z.B. in Form einer Sehnenscheiden- oder Schleimbeutel- Entzündung erfahren, kritisch wird es bei chronisch auftretenden Formen. Weichteilerkrankungen können auch zu Problemen der Nerven führen. Am häufigsten ist hier das Carpaltunnel-Syndrom, bei dem sich ausdehnendes Weichteil-Material auf einen Nerv im Handgelenk-Tunnel drückt und dadurch heftige Schmerzen auslöst.

Die Erwartung, dass man hier durch Ingwer gesund wird, ist trügerisch. Ingwer kann aber sowohl bei akuten Schmerzattacken / Schüben zur Linderung der Schmerzen beitragen als auch das Fortschreiten der Erkrankung hemmen. Die im Ingwer enthaltenen Wirkstoffe Gingerol und Borneol wirken entzündungshemmend und fiebersenkend, zugleich zusammen mit dem Cineol und Linalool lindert Borneol den Schmerz. Das ebenfalls enthaltene Gingerdion verstärkt die entzündungshemmende Wirkung des Ingwer. Myrcen im Ingwer wirkt muskelentspannend. Es gibt noch weitere Wirkstoffe im Ingwer, die hier helfen.

Um die helfende Wirkung des Ingwer zu nutzen, kann man schon vorbeugend mit Ingwer kochen und Ingwertee trinken. Bei akuten Schmerzen kann man darüberhinaus die betroffenen Stellen mit Ingweröl massieren und Umschläge mit Ingweröl machen.

Übrigens hilt dies auch bei Muskelverspannungen und Muskelkater.

 

Muskelschmerzen (Muskelkater)

Auch für den aktiven Sportler ist Ingwer gesund. Die im vorangegangenen Kapitel geschilderten Wirkungen des Ingwers führen zu einer schnelleren Entspannung des Muskels. Die bessere Verwertung der Glukose führt zu einer schnelleren Regeneration und einem besseren Muskelaufbau.

Durch seine thermogene, entspannende und krampflösende Wirkung hilft Ingwer bei Muskelschmerzen und Krämpfen infolge Überanstrengung einzelner Muskeln oder Muskelgruppen.

Die Einsatzform des Ingwers hängt hierbei von der Art der Schmerzen ab: Bei Muskelverspannungen und Wadenkrämpfen sind auch hier die Massage der betroffenen Stellen mit Ingweröl oder die Auflage eines Umschlages mit Ingweröl angezeigt. Bei anders verursachten Krämpfen (z.B. Magen- Darm-Krämpfen) muss innerlich mit Ingwertee vorgegangen werden. Anleitungen, wie man Ingwertee und Ingweröl selber zubereiten kann, findest Du weiter ober auf dieser Seite.

Diabetes

Gingerdion ist im Ingwer enthalten und  hat neben seiner anti-oxidanten Wirkung, auf die wir im Kapitel über Krebs noch einmal ausführlicher sprechen werden, einen positiven Effekt auf den Blutzuckerspiegel.

Da Diabetes oft mit anderen Krankheiten einhergeht wie z.B. der Unfähigkeit, Fette richtig zu verwerten und damit verbundener Arterienverkalkung oder Adipositas (krankhaftem Übergewicht) haben die weiter oben beschriebenen Wirkungen der Inhaltsstoffe des Ingwers auf diese Krankheiten auch einen positiven Effekt bei der Vermeidung der Entstehung und Verschlimmerung von Diabetes.

Es empfiehlt sich also auch hier, möglichst oft mit Ingwer zu kochen, Ingwertee zu trinken oder an einer Scheibe Ingwer zu knabbern.

 

Krebs und Chemotherapie

Freie Radikale schädigen DNA, RNA sowieso einige Proteine und Lipide und werden daher als vorwiegende Ursache für das Entstehen von Krebszellen angesehen. Antioxidantien, die als Radikalenfänger dienen, werden daher als Mittel gegen den Krebs wirksam. Ingwer enthält verschiedene Beta-Diketone, die anti-oxidant wirken.

Beim Ingwer sind vom 6-Gingerol-Typ 14 verschiedene Derivate bekannt, von denen die meisten stärker antioxidativ sind als Vitamin E. 6-Shogaol, ein Abbauprodukt des im Ingwer enthaltenen Gingerols, das beim Kochen oder Trocknen von Ingwer entsteht, hat sich in Studien zur Krebstherapie als wirkungsvoller als die immer noch übliche Chemotherapie erwiesen. Darüberhinaus zerstört die Chemotherapie auch gesunde Zellen und fördert die Bildung von Metastasen, während Ingwer nur die Krebsstammzellen tötet und anti-metastierend wirkt.

Im Ingwer ist auch Curcumin, der Hauptbestandteil von Kurkuma, enthalten, ein Wirkstoff, der durch seine antioxidante und entzündungshemmendeWirkung zahlreiche Formen von Krebs verhindern oder auch heilen kann. Genannt werden hier u.a. Brust-, Lungen-, Prostata-, Haut-, Darm- und Magenkrebs. Um richtig wirken zu können, sollte Curcumin (egal ob als Bestandteil des Ingwers oder des Kurkuma) mit etwas Schwarzem Pfeffer und ein wenig Fett/Öl eingenommen werden.

Unbestritten ist, dass Ingwer die Nebenwirkungen der Chemotherapie erheblich lindern kann – besser ist es natürlich, schon im Vorfeld die Entstehung von Krebs durch den Verzehr von Ingwer so weit wie möglich zu verhindern.

Sodbrennen und Übelkeit

Sodbrennen entsteht durch Magensäure, die in die Speiseröhre aufsteigt. Dies kann verschiedene Ursachen haben. Frischer Ingwer gehört zu den besten Hausmitteln gegen Sodbrennen. Er beruhigt die Nerven und reguliert die Magensäure. Wer zu Sodbrennen neigt, sollte regelmäßig Ingwer verzehren.

Das im Ingwer enthaltene Shogaol beruhigt Magen und Darm und bendet den Brechreiz bei Übelkeiten. Wenn Dir z.B. von fettem Essen übel ist, solltest Du einfach ein wenig Ingwertee oder Ingwertinktur zu Dir nehmen. Handelt es sich um eine morgentliche Schwangerschaftsübelkeit solltest Du die Tinktur wegen des darin enthaltenen Alkohols vermeiden und stattdessen an einem Fläschchen mit Ingweröl schnuppern.

Entsprechendes gilt für Flug- oder Seekranke. Hier kann stattdessen auch während der Reise alle 4 Stunden ein halbes Gramm Ingwerpulver mit etwas Flüssigkeit eingenommen werden.

Rezept für die Ingwertinktur:

Je nach persönlichem Geschmack kann man statt des Doppelkorns auch ein anderes alkoholisches Getränk nehmen, das 40% oder mehr Alkoholanteil hat.

Benötigte Utensilien:

Kopfschmerzen und Migräne

Über die Wirkstoffe, die im Ingwer schmerzstillend und krampflösend wirken, habe ich ja oben schon ausführlich berichtet. Ich will daher gleich zu den Anwendungsformen übergehen.

Bei Migräne und Kopfschmerzen, die keine offensichtliche körperliche Ursache haben, empfiehlt es sich,  ein wenig Ingweröl sanft im Schläfenbereich einzumassieren. Darüberhinaus kann man ein in Ingwerwasser getränktes Tuch auf Stirn und Nacken legen. Das Ingwerwasser erhältst Du, indem Du ein Ingwerrhizom in kleine Stücke schneidest und mit heißem Wasser übergießt. Das Ganze dann ca. eine Viertelstunde ziehen lassen, bevor Du das Tuch eintauchst. Noch wirkungsintensiver wird das Ingwerwasser, wenn Du die kleinen Stücke mit einer Edelstahl Knoblauch- und Ingwerpresse auspresst, bevor Du das heiße Wasser hinzufügst. Stattdessen kannst Du auch etwas Ingwerpulver mit warmen Wasser verrühren und den hierbei entstandenen Brei auf Stirn und Schläfen auftragen – ca. eine halbe Stunde in ruhendem Zustand einwirken lassen.

Gehen die Kopfschmerzen auf eine Nasennebenhöhlenverstopfung zurück, hilft es bis zum Abklingen der Beschwerden regelmäßig Ingwertee zu trinken, da der Ingwer nicht nur entzündungshemmend wirkt und Bakterien und Viren abtötet, sondern auch die Schleimbildung hemmt und die Beweglichkeit der Zilien (kleine Fortsätze an den Zellen, die unter anderem für den Abtransport von Krankheitserregern zuständig sind). Unterstützend kannst Du ein in Ingwerwasser getauchtes Tuch im Bereich der Nasenwurzel anpressen (aber pass auf die Augen auf).

Geht der Schmerz hingegen von den Ohren aus (etwa infolge einer Mittelohrentzündung) empfehle ich ein Tuch mit Ingweröl auf das Ohr zu legen. Außerdem kannst Du einen warmen Tropfen Ingweröl mit einer Pipette ins Ohr geben. Die empfohlene Pipette ist Bestandteil einer Braunglasflasche, in der man das Ingweröl sehr praktisch aufbewahren und mit sich führen kann.

 

Richtige Ernährung bei Gallenbeschwerden und Luft im Bauch

Eine der Schwierigkeiten, Gallenbeschwerden natürlich zu bekämpfen, besteht in der gegensätzlichen Wirkung, die Ernährungsbestandteile haben können. So ist Fett ein wesentlicher Faktor für das Entstehen von Gallenbeschwerden, aber man kann nicht einfach auf Fett verzichten, weil zu wenig Fettverzehr genauso schädlich sein kann wie zu viel. Die Entstehung von Gallensteinen ist wesentlich genetisch bedingt, wird aber durch eine falsche Ernährung begünstigt. Durch eine fettreiche Ernährung kommt es zu schmerzhaften Blähungen, dem Gefühl, Unmengen Luft im Bauch zu haben, manchmal verbunden mit Durchfall und Übelkeit. Für die Verdauung von Fett muss der Körper große Mengen Gallensaft und damit die Ausgangsstoffe für Gallensteine produzieren. Wenn man nun die Fettaufnahme zu stark reduziert, wird die Gallenblase nicht mehr entleert und der Gallensaft immer mehr konzentriert, wodurch sich Gallensteine bilden können. Empfehlenswert ist also eine gleichmäßige Fettaufnahme in vielen Mahlzeiten auf einem mittleren Niveau, wobei die berühmte Schweinshaxe und ähnlich fett-konzentrierte Lebensmittel zu vermeiden sind.

Richtige Ernährung bei Gallenbeschwerden und Luft im Bauch bedeutet in vielen Fällen aber auch möglichst Kohl, Hülsenfrüchte und Vollkornbrot durch gallenfreundliche Lebensmittel wie Chicorée, Radicchio, Endiviensalat, Grapefruit und Pampelmuse zu ersetzen. Dies gilt aber nicht für alle Gallenkranken.

Zwiebeln und Knoblauch führen zwar zu mehr Luft im Bauch, treiben diese aber auch aus dem Körper, so dass schmerzhafte Blähungen ausbleiben.

Die Gallensaft-treibende Wirkung von Ingwer und die damit verbundene Linderung von Gallenbeschwerden ist seit langem bekannt. Diese Wirkung ist vor allem auf das im Ingwer enthaltene Curcumin, das wir als Hauptbestandteil des eng mit dem Ingwer verwandten Kurkuma kennen. Bei bereits vorhandenen Gallensteinen können dadurch in sehr seltenen Fällen allerdings auch Koliken hervorgerufen werden.

Das im Ingwer enthaltene Oleoresin wirkt beruhigend,und entkrampfend.

Gegen Blähungen hilft Ingwer, indem er Bakterien und Parasiten vernichtet, den Körper entgiftet und die Balance der Darmfauna / Darmflora regeneriert.

 

Unsere Heilmittel-Tipps können selbstverständlich keine ärztliche Untersuchung oder Beratung ersetzen, sondern nur allgemeine Hinweise geben, wie man möglicherweise  der Notwendigkeit zur Einnahme pharmazeutischer Mittel mit all ihren Nebenwirkungen zuvorkommen kann oder diese kontinuierlich verringern kann. Bevor Sie die Einnahme von verschriebenen Medikamenten reduzieren, sollten Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt sprechen. Sofern Sie ernsthafte Symptome (hohes Fieber, Krämpfe, etc.) haben, sollten Sie unbedingt unverzüglich ärztlichen Beistand suchen.